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Was ist dran am Jahr des Ökotourismus?

Nie wieder nach Mallorca und Co.!

(mn) Sommer, Sonne, Strand, Meer: So oder so ähnlich stellen sich immer mehr Menschen ihren Urlaub vor. Noch Anfang des 20. Jahr-hunderts war das anders. Damals reiste vornehmlich die reiche Oberschicht, und das auch unter anderen Gesichtspunkten. So galt eine Reise durch Italien auf den Spuren Goethes durchaus als spannend. Heute steht die Erholung im Vordergrund. Tourismus für die Massen, so wie wir ihn heute kennen, gibt es erst seit den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Nachteile, dies er mit sich bringt, sind bekannt. Hotelburgen verunstalten die einst schönen Landschaften, Abwässer werden ins Meer geleitet, der immer stärkere Ausbau von Ski-Gebieten erhöht die Lawinengefahr. Ändert sich nicht bald etwas, droht eine ökologische Katastrophe am Mittelmeer.

Angesichts der Tatsache, dass der Massentourismus immer mehr Zuwachs erhält, ist es verständlich, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2002 zum Jahr des Ökotourismus erklärt haben. Ökotourismus soll eine Alternative bieten, doch was genau ist darunter zu verstehen? „Verantwortungsbewusstes Reisen in naturnahe Gebiete, das negative Umweltauswirkungen und sozio-kulturelle Veränderungen zu vermindern versucht, zur Finanzierung von Schutzgebieten beiträgt und Einkom mensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung schafft.“ So jedenfalls definierte das der niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner bei der Eröffnung des Reisepavillons in Hannover. Schön gesagt, was aber bedeutet das für uns? Wir sollen vor allem auf Verkehrsmittel wie das Auto oder das Flugzeug verzichten und mit Bahn oder Fahrrad reisen. Dadurch sind natürlich einige allzu exotische Reiseziele ausgeschlossen. Au-ßerdem sollten auch bei der Wahl der Unterkunft ökologi-sche Aspekte beachtet werden. Eine Klimaanlage im Zimmer ist zwar an heißen Tagen durchaus angenehm, allerdings nicht be-sonders umweltfreundlich. Eine Orientierungshilfe bietet hier die Dachmarke „Viabono“, die als die wichtigste deutsche Errungenschaft im Jahr des Ökotourismus gilt. Seit Oktober 2001 dürfen sich einige Regionen, Restaurants, Hotels und Campingplätze mit diesem Label, das für besonders umweltgerechte Freizeitund Urlaubsangebote vergeben wird, schmücken.

Der Ökotourist muss sich also von vielen liebgewonnen Gewohnheiten verabschieden. So muss er sich wohl auch damit abfinden, für seinen umwelt freundlichen Urlaub oft etwas tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Er muss außerdem die Eigenschaften der Region, die er bereist, kennen und darauf ein gehen. In einem Gebiet mit Wasserknappheit ist Vielduschen nicht angesagt.

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