Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
„Wir setzen Zeichen – Schulen pro Recyclingpapier“. Unter die-sem Motto haben UmweltschützerInnen Ende Februar im Potsda-mer Espengrund-Gymnasium die ersten 16 Schulklassen ausge-zeichnet, die sich verpflichtet haben, ausschließlich Recyclingpapier zu verwenden. Die Aktion wird getragen von der „Initiative 2000 plus Schulmaterialien aus Recyclingpapier“, zu der sich in Brandenburg auf Anregung von Robin Wood mehrere Umweltverbän-de sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zusam-mengeschlossen haben. Die Schirmherrschaft haben das Umwelt-bundesamt sowie der Brandenburgische Umweltminister Wolfgang Birthler übernommen. Ziel der Aktion ist es, mindestens 250 Schul-klassen dafür zu gewinnen, auf Recyclingpapier umzusteigen.
Bislang ist der Verbrauch an Recyclingpapier stark rückläufig. So werden nicht einmal mehr zehn Prozent der Schulmaterialien in Recyclingqualität angeboten obwohl es wesentlich umweltverträglicher ist, Papier aus Altpapier herzustellen, als dafür den Rohstoff Holz zu verwenden. Die Umweltbilanz ist durchweg positiv: Nur halb soviel Energie, weniger als ein Drittel Frisch wasser und eine zehnmal geringere Belastung des Abwassers sprechen für Recyclingpapier. Trotz dieser Vorteile ist Recyclingpapier in den Läden nur noch ein Nischenprodukt. „Bislang versucht sich der Handel rauszureden, dass kaum noch jemand Recycling papier kaufen will. Mit unserer Aktion zeigen wir, dass die Nachfrage viel größer ist als gedacht“, erläutert Angelika Krumm von Robin Wood, die die Kampagne in Brandenburg koordiniert.
Mitmachen kann jede Schulklasse. Einzige Voraussetzung: Sie muss sich entscheiden, Recyclingpapier im örtlichen Handel oder über Sammelbestellung zu kaufen und dies der Initiative 2000 plus mitteilen. Möglich ist es auch, eine Erklärung abzugeben, diese Papiere zu kaufen, sobald sie vor Ort in den Läden angeboten werden. Die Schulklasse erhält dann eine Ur kunde und die Rückmeldung, die wievielte Klasse sie ist. Sobald 250 Schulklassen sich selbst verpflichtet haben, wird Robin Wood die ausgefüllten Unterschriftenlisten dem Handel übergeben und damit den Bedarf dokumentieren.
Gute Erfahrungen mit der Aktion gibt es bereits in Nordrhein-Westfalen. Die dortige Initiative 2000 plus, in der seit 1999 zehn Umweltund Verbraucherverbände zusammen arbeiten, hat inzwischen u.a. erreicht, dass sich 380 Klassen verpflichtet haben, ausschließlich Recyclingpapier zu verwenden. Erkennbar ist echtes Recyclingpapier an dem „Blauen Engel“ mit dem Hinweis „aus 100 Prozent Altpapier“. Die Berliner BUNDjugend dagegen fährt derzeit eine andere Schiene: Hier können Grup pen Umweltschutzpapier zum Großhandelspreis einkaufen, um es an ihrer Schule weiterzuverkaufen. Mit dieser Methode haben Umwelt-AGs in den letzten Jahren teils erhebliche Erfolge erzielen können – schließlich siegt die Faulheit, wenn es das Papier in der Schu le gibt.
Kontakt: Robin Wood, Angelika Krumm, Postfach 10 04 03, 16294 Schwedt, Telefon 03332/25 20 10, e-Mail: papier@ robinwood.de, www.robinwood.de BUNDjugend, Jagowstr. 12, 10555 Berlin, Telefon 030/80 94 14 7-0, e-Mail: uwspapier@jugendumwelt.de, www. jugendumwelt.de/papier
Zurück
zum Inhalt von Juckreiz 30