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Entwicklungsdienste

Anstrengende Arbeit und internationale Freunde

(ko) Viele träumen davon, einmal in ihrem Leben nach Afrika, Asien oder Lateinamerika zu gehen. Viele realisieren ihren Traum: Ab ins Reisebüro und eine Pauschalreise gebucht! Viele haben Glück und landen auf einem der wärmsten Plätze der Welt, an einem der saubersten Strände der Welt, um die preisgünstigsten, „exotischsten“ Mähler zu verspeisen. Sicher ist die-se Art von Erholung nicht mit dem Solarium nebenan und dem Karibikposter an der Schlafzimmerwand zu vergleichen, doch noch weniger vergleichbar wäre ein Auslandsaufenthalt in Form eines Entwicklungsdienstes.

Besonders jungen Menschen ab 16 werden von Organisationen viele Möglichkeiten geboten, in Entwicklungsländern zu arbeiten. Geholfen werden kann eigentlich in allen Gebieten: Ökologische Arbeit in der Landwirtschaft, Renovierungen von Anlagen und Gebäuden, soziale Arbeit mit Kindern, älteren Menschen oder Behinderten, Mitarbeit an politischen oder kulturellen Projekten... Du musst nur überlegen, wo Du Dich nützlich machen kannst und was Dir am meisten Spaß macht! Die meisten Projekte sind allerdings ab 18 und im Sommer. Studenten, die ein längerfristiges Praktikum etwa in einer Entwicklungshilfeorganisation planen, müssen häufig über 20 Jahre alt sein – mit beendetem Grundstudium. Die einzelnen Anforderungen kannst Du im Internet nachlesen oder Dich direkt an Organisationen, Vereine, Stiftungen, etc. wenden (siehe unten). Zurückkehrende sind meist begeistert. Mit glitzernden Augen erzählen sie von ihren Erlebnissen, von einer fremden Kultur, einer anstrengenden Arbeit und neuen, internationalen Bekanntschaften.

Doch sicher ist ein Aufenthalt in einem Entwicklungsland nicht mit einer spannenden und lustigen Abenteuerfahrt zu vergleichen. Es ist nicht das selbe, von Menschen zu hören, die in Armut leben, oder sie plötzlich massenweise vor Augen zu haben. Es ist hart, beispielsweise nach Indien zu gehen mit dem Gedanken zu helfen und dann hilflos als reicher Weißer einer hungernden Menge gegenüber zu stehen. Vom Klima, den Nahrungsmitteln, Krankheiten und Insekten mal abgesehen, ist auch die Arbeit an dem Projekt nur für wenige eine Erfahrung wert; für andere ein Ackern ohne Lohn; dass Du kräftig mit anpackst und Dich auch emotional mit der Reise beschäftigst, wird als selbstverständlich angesehen. Doch ängstliche Stimmen soll-ten Dich nicht zurückschrecken lassen. Denk an die Erfahrungen, die Du sammeln kannst. Sollten Dich andere Kulturen interessieren und gerade die Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich empören, ist der Gedanke, das gesamte Leben im europäischen Wohlstand zu verbringen, von Problemen der Welt nur nebenbei zu hören und sich der deutschen Lebensweise anzupassen, ohne je etwas riskiert zu haben, ohne je auch nur einen Hauch anderen Lebensformen kennengelernt zu haben, doch furchtbar langweilig.

Kurzfristig lässt sich eine solche Reise leider nicht planen. Für Projekte gibt es begrenzt Plätze, und in einigen sind Sprachkenntnisse Vorraussetzung. Der Flug muss meist selbst bezahlt werden; Unterkunft und Nahrung gibt’s dann kostenlos. Für Praktika oder längerfristige Jobs kann auch mal ein kleiner Lohn rausspringen. Studenten können beim DAAD einen Fahrkostenzuschuss oder gar ein Stipendium beantragen. Übrigens wird ein längerfristiger internationaler Arbeitsauf-enthalt in den meisten Organi-sationen auch als Zivildienst anerkannt. Hast Du schon mal Erfahrungen in der Entwicklungshilfe gesammelt, wirst Du auch später leichter ein Praktikum in einer großen internationalen Organi-sation erhalten (UN, OECD, GTZ, ...) – auch oder gerade für Globalisierungskritiker eine interessante Arbeit!

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