Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(sp) Frisch renoviert geht die Jugendumwelt-Seminarreihe Ökoführerschein in ihren zwölften Berliner Jahrgang: Das Orga-Team hat die Themen des „Kurses für den Durchblick“ vollständig über-arbeitet. Geblieben ist der Anspruch, eine „Alltagskompetenz“ zu vermitteln, also ein solides Grundwissen über alle wichtigen Umweltthemen, kombiniert mit diversem „Handwerkszeug“ wie Rhetorik und Öffentlichkeitsarbeit. Und natürlich ist Frontal-Unterricht weiterhin out, statt dessen gibt es eine bunte Mischung aus Exkursionen, Gruppenarbeit, Versuchen und Referaten, die den Spaß-Effekt nicht zu kurz kommen läßt.
Statt aus bisher fünf Seminaren besteht der Ökoführerschein ab 2002 nur noch aus vier Teilen: zwei Wochenenden, einer Vierund einer Fünf-Tage-Veranstaltung. Wer alle hinter sich gebracht hat, erhält den Ökoführerschein – eine gute Voraussetzung etwa im Kampf um die knappen Stellen im Freiwilligen Ökologischen Jahr. Und wer noch zusätzliche Seminare im zweiten Halbjahr besucht, kann auch die Jugendleiter/in Card erhalten, den offiziellen Befähigungsnachweis der Landesjugendämter für alle, die Jugendgruppen leiten.
Den Anfang macht das Seminar „Autobahn ins Treibhaus“. Wie der Titel schon besagt, geht es am Wochenende vom 15. bis 17. März um die Themen Verkehr, Klima und Energie. Wer zwischen 15 und 25 Jahren als ist und schon immer mal wissen wollte, ob es den Treibhauseffekt wirklich gibt, ob es in Deutschland künftig warm wie am Mittelmeer sein wird oder eher kalt wie in Sibirien, ist hier ebenso richtig wie alle, die erfahren wollen, wie ein einzelner Urlaubs-Flug die ganze persönliche Ökobilanz versaut. Natürlich wird auch mit der Legende aufgeräumt, Atomkraftwerke könnten das Klima retten.
Bereits drei Wochen später, vom 5. bis 7. April, folgt „Gesellschaft und Ökologie“. Umweltschutz wird gemeinhin als ein „linkes“ Thema angesehen – aber es gibt auch rechte Ökologen. Während Aussagen der Schiene „Weil die Neger so viel ficken, geht die Welt kaputt“ recht schnell als braunes Geschwafel zu entlarven sind, muß mensch an vielen anderen Stellen etwas genauer hinsehen, ob denn die vorgeschlagenen Lösungen rassistisch oder biologistisch motiviert sind. Weiteres Thema ist die Frage, wie Umweltbewußtsein in der Gesellschaft erreicht werden kann – und für die ganz persönliche Zukunft gibt es einen Überblick über ökologische Berufsbilder.
Über Himmelfahrt, vom 9. bis 12. Mai, geht’s unter dem Motto „Wie kommt die Kuh aufs Brot?“ raus aufs Land. Landwirtschaft, Gentechnik und ein Exkurs zum Thema Ernährung bilden die inhaltlichen Themen, dazu kommt ein Crash-Kurs Rhetorik. Wie immer wird viel selbst ausprobiert – zwar nicht das Gen-Schnippeln, aber zumindest stehen ein BiohofBesuch und ein Test des persönlichen Kommunikationsverhaltens auf dem Programm.
In dem Sommerferien, vom 11. bis 15. August, geht es dann – „Global, lokal, nicht egal“ – darum, wie unser Reichtum mit der Armut der anderen zusammenhängt und wie’s besser gemacht werden könnte. Die Themen Wirtschaft, Eine Welt und der spätestens seit dem Genua-Gipfel im letzten Jahr auch öffentlich immer stärker kritisierte Globalisierungsprozeß werden garniert mit einem Schuß Medienarbeit – wie funktionieren und manipulieren Medien in unserer Gesellschaft, und wie kann ich Medien für meine Zwecke nutzen? Alle Seminare finden mit gemeinsamer Übernachtung an verschiedenen Orten in Berlin und Brandenburg statt. Dank der Zusammenarbeit mit dem August-BebelInstitut kostet die Teilnahme inklusive Übernachtung, Vollverpflegung und teilweise sogar Fahrtkosten nur zwischen 15 und 30 Euro. Wer auch bei diesem Betrag noch Finanzprobleme hat, kann auf Anfrage weitere Ermäßigungen erhalten.
Weitere Informationen und Anmeldung so früh wie möglich bei der BUNDjugend, Zeppelinstraße 44, 14471 Potsdam, Telefon 0331/95 11 971, 030/80 94 14 74 oder 030/27 58 65 88, und im Internet unter www.oekofuehrerschein.de. Fr. 15.03. – So. 17.03.2002 „Autobahn ins Treibhaus“, 15 €; Fr. 05.04. – So. 07.04.2002 „Gesellschaft und Ökologie“, 15 €; Do. 09.05. – So. 12.05.2002 „Wie kommt die Kuh aufs Brot?“, 23 €; So. 11.08. – Do. 15.08.2002 „Global, lokal, nicht egal“, 30 €
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