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Zun ersten Mal „Medien selber machen“

Von Reportagen, Recherchen und rauchenden Köpfen

(fp) Bei frostigen Außentemperaturen weit unter Null sitze ich auf einer gemütlichen Couch und trinke heißen Tee. Allmählich trudeln weitere Jugendliche ein, bis Spitti verkündet: „Wir sind vollzäh-lig!“ Na, dann kann es ja losgehen!

Ich befinde mich bei einem Seminar zum Thema „Medien selber machen“, organisiert vom Juckreiz, welches vom 14. bis 16. Dezember 2001 in Berlin statt fand. Martin, einer der vier Teamer, die uns das gesamte Wochenende über unterhalten, nerven und informieren werden, erklärt den Ablauf der zweieinhalb Tage. Als erstes steht die Kennlernrunde im Programm. Und so erfahren wir, dass von den 18 TeilnehmerInnen sowohl welche aus Berlin, als auch aus Brandenburg stammen, sich welche bei diesem eisigen Wetter mit dem Rad auf die Straße getraut haben und vieles weitere mehr. Doch bevor es mit dem Lernen los geht, gibt es erst mal eine ordentliche Stärkung: Spitti hat Kartoffeln gekocht. Nach dem gemeinsamen Mampf, vielen Albernheiten und dem Abwasch ziehen wir in unser „Lager“ – einen erstklassig ausgebauten Dachboden.

„Ein voller Bauch studiert nicht gern“, heißt eine Volksweisheit, und nach ihr richten wir uns auch: Gelehrt und gelernt wird heute Abend nichts mehr. Doch die Nacht ist lang, und so schlafen die letzten erst sehr sehr spät ein. Am nächsten Morgen muss fast jeder feststellen: Die Nacht war doch nicht lang. Ein ausgiebiges Öko-Frühstück mit frischem Brot, viel Käse und für jeden ordentlich Tee (sonst wären die meisten mittags um zwei wieder eingeschlafen!) verschafft Abhilfe, und schon kann das geplante Programm in die Tat umgesetzt werden. Stilformen stehen an der Tagesordnung. Anschaulich erklärt Oli die Unterschiede zwischen Reportage, Nachricht, Bericht, Feature, Glosse und was die Zeitungswelt sich sonst noch alles ausgedacht hat. Vollgepackt mit neuem Wissen folgt die erste praktische Übung. Die Aufgabe besteht darin, sich an einer oder mehreren Stilformen zu versuchen. Nach einer Auswertung dieser Übung gibt es Workshops zu den Themen „Kreatives Schreiben“, „Internet“ und „Layout“. Der zweite Abend des Seminars nähert sich, und wieder hat Spitti für uns gekocht. Diesmal Nudeln mit drei verschiedenen Soßen. Brokkoli, Tomate oder doch lieber Spinat? Spitti entpuppt sich als wahres Kochgenie und so wird (fast) alles restlos verputzt. Draußen ist die Sonne schon lange verschwunden, und auch unser Biorhythmus drängt uns zur Ruhe. So verbringen wir den Rest des angebrochenen Abends mit Spielen wie Pantomime und Ligretto sowie zahlreichen Unterhaltungen...

Ein ordentliches SonntagsFrühstück bietet einen guten Start in den letzten Seminartag. Diesmal geht es um die Möglichkeiten bei einer Recherche. Als erstes werden Themen gesammelt und jede/r soll ein Thema recherchieren sowie einen Artikel darüber schreiben. Dann geht es ran an die Computer und das Internet wird von schreibwütigen Jugendlichen unsicher gemacht. Nachdem viele mehr als genügend Informationen gesammelt haben und einige schon mit dem Schreiben der Artikel angefangen haben, klingt das Seminar allmählich aus. Und natürlich steht die Frage am Ende „Was hat euch gefallen und was nicht?“ Alle ziehen eine positive Schlussbilanz und freuen sich auf ein späteres Treffen zum Besprechen der Artikel.

Und Ihr? Ihr könnt beim nächsten Mal dabei sein! Das nächste „Medien selber machen“-Seminar findet vom 26. bis zum 28. April 2002 statt. Die Teilnahme kostet inklusive Vollverpflegung und Übernachtung mit Schlafsack und Isomatte 15 Euro; Mitglieder von BUNDjugend oder Junger Presse Berlin zahlen nur 10 Euro, und wer nach dem Seminar als Juckreiz-RedakteurIn einsteigt, kann sogar kostenlos mitmachen. Mehr Infos: www.bundjugend-berlin.de/ seminare/zeitung.htm oder Telefon 030/ 21 46 35 87.

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