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Buchkiste

Kochen

Vegan kochen und backen

(la) Mit dem Bekanntwerden der ersten BSE-Fälle in Deutschland erschienen in vielen Zeitungen und Zeitschriften plötzlich Beiträge zum Thema Tofu. Auch der Absatz des bis dahin als fader Fleischersatz geltenden rein pflanzlichen Produkts stieg stark an. In dem Buch „Kochen und Backen mit Tofu“ findet sich eine Vielzahl vollwertiger und rein pflanzlicher Rezepte für Aufläufe, Bratlinge, Salate, Aufstriche, Kuchen und noch vieles andere. Abgerundet wird das ganze durch eine Anleitung für Tofu zum Selbermachen und durch die Darstellung der Geschichte des Tofu. Etwas umfassender und von der Wahl der Rezepte „alltagstaug licher“ ist das Buch „Vegan genießen“. Die vielfältigen Rezepte, die alle vollkommen ohne tierische Produkte auskommen, weisen interessanterweise auch die Rubrik „Schnelle Gerichte“ auf, wobei auch hier z.T. „schnell“ wohl relativ ist. Besonders die nahund fernöstliche Küche stand Pate bei den über 140 Rezepten. Darüber hinaus gibt es noch ausführliche Hintergrundinformationen speziell zur veganen Ernährung, wobei die Autorin sichtlich darum bemüht ist zu zeigen, dass ein Verzicht auf tierische Produkte nicht den Verzicht auf Spaß und Genuss bei der Ernährung bedeuten muss. In dem Buch geht es auch nicht darum, krampfhaft den Geschmack tierischer Produkte nachzuahmen, sondern um ganz eigene Geschmackserlebnisse.

Alexander Nabben: Kochen und Backen mit Tofu. pala-verlag, 12,80 Euro Suzanne Barkawitz: Vegan genießen. palaverlag, 12,80 Euro

Neues vom E

(la) Gib mir ein „E“? Nein, hier geht es nicht ums Wörterraten, sondern um Lebensmittelzusatzstoffe, die alle mit einer sogenannten E-Nummer abge kürzt werden können. Da der Verbraucher ja ein sensibler Mensch ist, will man ihm nicht immer so direkt sagen, was denn so ins Essen gemischt wurde, um zum Beispiel die Salami an die Fertigpizza zu kleben... Aber mittlerweile gibt es einige Listen für die Einkaufstasche, die weiter helfen. Vorbei die Zeit von handkopierten Listen aus dem Umweltladen: Der MosaikVerlag hat eine gute Übersicht zusammengestellt, die erläutert, wozu welcher E-Stoff verwendet wird (denn nicht alles ist „böse“, nur weil es eine E-Nummer hat; so haben auch Zitronensäure und blankes Küchensalz eine Nummer!) und wann davon abgeraten wird, das Pro dukt zu kaufen. Die Einschätzungen darüber sind zwar manchmal streitbar, aber im Großen und Ganzen eine wirkliche Hilfe.

Gabriele Sparrenberger, Marlies Kelzenberg: Gezielt Einkaufen – Zusatzstoffe in Lebensmitteln. Mosaik, 7,45 Euro

Kinder

ABC und eins-zwei-drei

(la) Nicht nur der gute alte Bert Brecht ist ein Klassiker, auch Kinderbücher von Janosch sind Klassiker geworden. So klas-sisch, daß sie manchmal sogar vergriffen sind. Mosaik hat dan-kenswerterweise Janoschs gro-ße Tigerschule neu aufgelegt: die schönste Art, das ein-zwei-drei zu lernen, oder das Alphabet, oder wie das so funktioniert mit den Tigern und Bären, also den Menschen wie Du und ich sie sind. Und man sollte es nicht glauben: Keine frauenfeindli-chen Anspielungen, wie man sie beim guten alten Janosch öfter findet. Also: unbedingt empfeh-lenswürdig!

Janosch: Janoschs große Tigerschule, Jubilä-umsausgabe. Mosaik, 7,50 Euro

Mädchen

(la) Die Geschichte der Mäd chen ist schwer zu schreiben –es gibt kaum Quellen, denn junge Frauen und Mädchen waren in einem Großteil der Vergangenheit höchstens als reiche oder schöne Bräute oder als Töchter wichtiger Männer von Bedeutung, noch weniger eine Erwähnung wert, als Frauen. Trotzdem versucht Wiebke von Thadden die Geschichte der Mädchen zu erzählen. Sie findet viel heraus, zeichnet interessante Bilder, die doch erstaunlich viele Fakten zeigen. Leider hat sie sich für die Erzählform eines Gespräches zwischen der Erzählerin und einem Mädchen von heute entschlossen, die die ganze Zeit einem Zeitungsinterview gleicht. Das macht es sehr anstrengend, das Buch zu lesen und klingt ziemlich mit einer Jugendsprache anbandelnd, die nicht ihre eigene ist. Schade.

Wiebke von Thadden: Eine Tochter ist kein Sohn. Beltz&Gelberg, 14,90 Euro

Belletristik

Familiäres

(la) Mittlerweile ist es ja modern geworden, seine Kind-heitserlebnisse und die Ausein-andersetzung mit den Eltern aufzuschreiben, das Buch „Die Asche meiner Mutter“ war da wohl nur der Anfang. In diesem Buch geht es nun um den Vater. Selbiger liegt gerade im Sterben und nun (ganz tradi-zionale) muß der Sohn das Erbe annehmen, die Geschichte des Vaters, die Musik, die Stimmen, das Erlebnisse erzählen über-nehmen. Recht bewegend, klingt aber ziemlich nach Sohn-Vater-Stilisierung, und der Va-ter ist eh der Herr der Familie. Trotzdem lesbar.

Joe Fiorito: Stimmen meines Vaters. Fest Ver-lag, 22,00 Euro

Phantasie

(la) Als Fantasy-Autor hat sich Wolfgang Hohlbein schon lan ge einen Namen gemacht, seit einiger Zeit gibt er jungen Autoren die Möglichkeit, sich mit Kurzgeschichten einen Namen zu machen, indem er sie (zusammen mit einen Kurzge schichten) in seinen Selectionen veröffentlicht. Die Ausgabe für 2001 fordert Zeit zum Gruseln oder Staunen, jedoch von sehr unterschiedlicher Qualität: Bei einigen Autoren hat man doch das Gefühl, es mit einem „Sonntags-Schreiber“ zu tun zu haben, so platt sind die Wendungen ihrer Geschichten. Trotzdem muß man sich den einen oder anderen Namen doch merken, vielleicht gibt es ja noch mehr phantastische Ausflüge.

Wolfgang Hohlbein (Hg.): Hohlbeins Fantasy Selection 2001. Weitbrecht, 14,90 Euro

Akkustik

Nackt

(la) Schon mal was Verrücktes gemacht? Dabei eigentlich der normalste Mensch auf der Welt gewesen? Nein? Wer’s nicht selber machen will, sollte mal in diese CD hören. Der Autor Sedaris und der kongeniale Übersetzer Rowohlt lesen (Abwechselnd) deutsch und englisch die Geschichte Nackt, die ich bis jetzt noch nicht verstanden habe, was aber nichts macht. Ein Hörgenuß war es trotzdem. Und mal wieder die Bestätigung, daß nichts so normal ist, wie das Verrückte. Harry Rowohlt und David Sedaris lesen:

Nackt, David Sedaris. Heyne Hörbuch, 20,00 Euro

Kunst im Alltag

Bert

Viele Leute haben über Bertolt Brecht geschrieben, viele Vermu-tungen, Lobe in den 7. Himmel und vernichtende Kritiken hat es gegeben. Doch gibt es immer noch wieder Neues, wie die Bio-graphie von Klaus Völker be-weist. Endlich hat Zweitausend-undeins das Standardwerk über den umstrittenden Theaterma-cher und Schriftsteller. Kaufen, Lesen, Weitererzählen!

Klaus Völker: Brecht-Chronik. dtv, 7,62 Euro


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