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Neues vom Klima

Zurück in Johannesburg

(sb) Johannesburg – mittlerweile ist dieser Name für viele zu einem Synonym geworden. Für die einen symbolisiert er Erfolg und Fortschritt, für andere, dass das Schlimmste gerade noch mal verhindert werden konnte, und die dritten sind der Meinung, Johannesburg sei gleichbedeutend mit Rückschritt. Was wurde nun wirklich beschlossen auf diesem Gipfel, zu dem vom 26. August bis zum 4. September insgesammt rund 60 000 Delegierte, davon fast 200 Staatsoberhäupter, anreisten? Welche Entscheidungen wurden getroffen in zehn Tagen, in denen Themen an der Tagesordnung waren, die in der Tagespolitik gerne übergangen werden?

Zwei Punkte sind bezeichnend für den gesamten Gipfel: Energie und Wasser. Energie ist ein Dauerbrenner in der internationalen Politik. Zu viel hängt an diesem Thema, als dass ein Staat oder ein Unternehmen kein Interesse an der Mitsprache hätte. Vielleicht liegt es daran, dass Energie eines der wenigen Umweltthemen ist, mit denen sich Geld machen lässt. Das ist nicht nur daran erkennbar, dass allein die offizielle Delegation Frankreichs fast zur Hälfte aus Unternehmensvertretern von Strom- und Wasserkonzernen bestand. Laut der Vereinbarung von Johannesburg soll nun „die Energieeffizienz sowie der Einsatz von erneuerbaren Energien dringend substanziell erhöht“ werden. Dabei werden Erdöl und Kohle als nachhaltig und förderungswürdig eingestuft, auch bei Atomkraft ist das in Einzelfällen nicht ausgeschlossen. „Substanziell“ ist dabei nicht genauer definiert, ein quantitatives Ziel wurde also nicht festgelegt. Ebenso wenig wie klar ist, was denn nun „dringend“ bedeutet.

Auch Wasser, besonders sauberes Trinkwasser, ist eine unverzichtbare Rescource. Daher soll die Anzahl der Menschen, die keinen Zugang zu dem kostbaren Gut haben, bis 2015 halbiert werden. 1,2 Mlilliarden Menschen betrifft diese Vereinbarung, doppelt so viele leben noch ohne sanitäre Anlagen. Doch wohl kein Grund genug, den Zugang zu Wasser als Menschenrecht zu verankern.

500 Millionen Euro hat Gerhard Schröder, alleine für die Förderung erneuerbarer Energien in den Entwicklungsländern zugesichert. Wie viel ist das, wenn man bedenkt, dass die Kosten des gesamten Gipfels bei umgerechnet rund 50 Millionen Euro liegen?

Womöglich sind die Vereinbarungen bezüglich der Kontrolle noch am eindeutigsten. Hier heißt es, es wären „keine neuen Regeln zur Überwachung der Vereinbarungen“ vorgesehen.

Mehr dazu im Schwerpunkt auf Seiten 10-14


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