Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(mn) Frisch und kalt sprudelt es aus unseren Wasserhähnen. Stinkt nicht, ist klar und erfrischt (meistens jedenfalls): Das Berliner Trinkwasser. Man kann es unbedenklich trinken und auch für die Herstellung von Baby-Nahrung verwenden, bestätigen die Berliner Wasserbetriebe. Doch die Sache hat einen Haken und der heißt Blei. In vielen Berliner Altbauten, vor allem in der westlichen Innenstadt, fließt das Wasser noch durch Bleirohre.
Blei ist vor allem für Kinder, Säuglinge und Ungeborene schädlich. Es stört die Entwicklung des zentralen Nervensystems, was zu Aufmerksamkeitsstörungen und Intelligenzdefiziten führen kann. Säuglinge und Schwangere sollten daher kein Wasser aus Bleileitungen trinken.
Wie kann man sich aber nun davor schützen? Um herauszukriegen, ob in dem Haus, in dem man wohnt, Wasser aus Bleileitungen gezapft wird, kann man natürlich erst einmal den Vermieter fragen. Gibt dieser keine Auskunft oder man misstraut seinen Ausführungen, so kann es hilfreich sein, die Berliner Wasserbetriebe anzurufen. Die können in vielen Fällen sagen, ob sich in einem bestimmten Haus Bleirohre befinden. Sollten sie wider Erwarten keine Auskunft erteilen können, so kann man ihnen eine Wasserprobe vorbeibringen.
Stellt sich dann heraus, dass sich tatsächlich Bleileitungen im Haus befinden, wird oft dazu geraten, das Wasser ablaufen zu lassen. Dies ist jedoch problematisch. Sind sogenannte Mischrohre im Haus verlegt, also Rohre aus Blei und anderen Materialien, kann das Ablaufen lassen genau dazu führen, dass man das Wasser trinkt, das in dem Bereich des Rohres gestanden hat, der aus Blei ist. Die Bleikonzentration kann sich dann sogar erhöhen. Auch haben Mieter der oberen Etagen eines Hauses das Nachsehen. Es kann dort mehrere Minuten dauern, bis tatsächlich frisches Wasser aus dem Wasserhahn fließt.
Wer sich aber trotzdem auf diese Notlösung verlassen will, sollte auf jeden Fall den ersten halben Liter ablaufen lassen. Will man sicher gehen, dass man frisches Wasser trikt, so sollte man warten, bis das Wasser deutlich kälter wird. Möchte man sich aber nun doch nicht auf diese Methode verlassen gibt es natürlich noch die Möglichkeit, neue Leitungen verlegen lassen. Dafür eigenen sich Edelstahl- oder Kunststoffrohre. Den Vermietern ist eine Neuverlegung aber meist zu teuer und verpflichtet sind sie dazu auch nicht.
Bleiben also nur die Möglichkeiten, umzuziehen oder das Wasser zu kaufen und es die Treppen hoch zu buckeln.
Berliner Wasserbetriebe: Tel. 0800/292 75 87
Zurück zum Inhalt von Juckreiz 32