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Es gibt ein neues Fortbewegungsmittel in Berlin: Call A Bike

Wer nicht gehen will, kann fahren

(sb) Was ist das? Es ist silbern und rot, schnell oder langsam, wird am Tag im Durchschnitt 0,3 Mal genutzt (manchmal weitaus häufiger, manchmal eher seltener) und kostet drei oder fünf Cent pro Minute? Genau – die neuen Räder der Deutschen Bahn. „Call A Bike“ heißt der Service, der am 31. Juli in Berlin eingeführt wurde und seitdem in aller Munde ist. Mittlerweile sind es laut Angaben der Bahn 2000 Fahrräder, die an den Straßenkreuzungen innerhalb des S-Bahn-Rings darauf warten, genutzt zu werden.

Beklagen kann sich das Unternehmen bisher nicht. Die Resonanz sei mehr als zufriedenstellend. Im Durchschnitt werden die Räder 600 Mal pro Tag ausgeliehen, bei schönem Wetter auch schon über 800 Mal. Das grenzt schon fast an die Erfolge in München – dort wurde das Projekt im letzten Oktober gestartet.

Die Vehikel an sich sind durchaus komfortabel: Federung und Dynamo, der sich im Dunkeln sogar von selbst anschaltet. Ein futuristisch geformter Gepäckträger verstaut Gepäck sicher unter flexiblen Gummibändern. Zielgruppe sind in erster Linie Touristen, gerade die 20- bis 40jährigen, wie die Bahn festgestellt hat. Vor allem am Hackeschen Markt, an Friedrichstraße, Zoo und Unter den Linden sind die Fahrzeuge gefragt, eben dort, wo Touristen sich tummeln. Hier muss auch am meisten nachgebessert werden. Nacht für Nacht ist das Wartungsteam der Bahn unterwegs. Es wartet und repariert, überprüft die Standorte und versetzt Räder von selten genutzten an stärker gefragte Orte.

Keine Probleme? Doch, gerade in der Anfangsphase sind oft die Sattel gestohlen worden. Aber man arbeitet an einem System, um das zu verhindern.

Call A Bike

Call A Bike zu nutzen ist gar nicht schwierig. Eine Kurz-Anleitung:

Kosten:

Nach der einmaligen Anmeldegebühr von 15 Euro, die dann abgefahren werden kann, kostet das Rad fünf Cent die Minute, drei für Bahncard-Inhaber. Pro Tag (also 24 Stunden) werden jedoch höchstens 15 Euro fällig. Langzeitmieter bekommen die verhältnismäßig günstige Pauschale von 60 Euro für vier bis sieben Tage. Die Zahlung erfolgt entweder über Kreditkarte oder Bankverbindung.

Anmeldung:

Die Anmeldung ist telefonisch (0800/5225522), online (www.callabike.de) oder direkt bei der Fahrradstation möglich. Man erhält seine Kundennummer und zahlt die Anmeldegebühr.

Ausleihen:

Zunächst muss das Licht am Schloss grün blinken, das heißt, das Rad ist frei. Der Kunde ruft die auf dem Schloss stehende Telefonummer an, nennt seine Kundennummer und erhält den Öffnungscode. Dieser wird eingetippt, und schon öffnet sich das Schloss.

Pause:

Einfach nur das Fahrrad anschließen und den Sperrknopf drücken. Der Öffnungscode bleibt gültig und kann zum Öffnen wieder eingegeben werden.

Rückgabe:

Die Rückgabe muss innerhalb des S-Bahnrings erfolgen, sonst wird eine Gebühr von 10 Euro fällig. Nach dem Anschließen erscheint auf dem Display: Rückgabe – „Ja/Nein“. Tippt er „Ja“ ein, erhält der Kunde den Quittungscode und gibt diesen per Telefon zusammen mit dem Standort des Fahrrades an „Call A Bike“ durch. Steht das Rad nicht an einer Straßenkreuzung, sind 2,50 Euro und bei einer falschen Standortangabe 20 Euro fällig.


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