Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(sb) Jeden Morgen das gleiche Spiel: Ein besonders rücksichtsvoller Autofahrer verkürzt den gesetzlich vorgeschriebenen Meter Abstand zu mir und meinem Drahtesel, schneidet mir so den Fluchtweg um die Schlaglöcher ab und veranlasst mich zu einer minder eleganten Notbremsung.
Fahrradfahren in Berlin ist Überlebenstraining. Das laut ADFC im Vergleich zu anderen Großstädten wie München und Hamburg nur unzureichend ausgebaute Netz an Radwegen zwingt den radelnden Bürger immer wieder zur unfreiwilligen Konfrontation mit motorisierten Verkehrsteilnehmern. Alternative bietet nur noch der Gehsteig, so dass es nicht wenige schon aufgegeben haben ihre blauen Flecken zu zählen.
Besondere Überraschungen stellen Wanderbaustellen dar. Sie geben Rätsel auf à la: Wie kommt es, dass der gestern noch vorhandene Radweg auf einmal im Nichts endet?
Genauso beliebt sind Hundebesitzer, die ihre Lieblinge auf dem rot gekennzeichneten Straßenland Gassi führen, sowie aus Bussen rennende Fahrgäste der öffentlichen Verkehrsmittel, von Inlineskatern und Kickboardern ganz zu schweigen.
Doch das mit Abstand größte Vergnügen schafft alle Jahre wieder der Berliner Winterdienst. Er beweist sich als besonders sorgfältig bei der Schneebeseitigung und verteilt die weiße Masse gleichmäßig über den Radweg.
Doch weder in der Politik, noch in der Behörde für Stadtplanung ist ein Umdenken zu erkennen und so zeigt sich erneut die bittere Bilanz, dass umweltbewußte Fortbewegung nur selten honoriert wird.
Dieser Text ist entstanden auf dem Seminar „Medien selber machen“ vom 26. bis 28. April. Vom 4. bis 7. Oktober und vom 15. bis 17. November finden die nächsten Grundlagen-Seminare Zeitung machen statt. Wer also schon immer mal lernen wollte, solche Texte zu schreiben, melde sich schnellstmöglich an. Infos unter www.bundjugend-berlin.de und beim Juckreiz unter 030/39 83 46 83.
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