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Tipps zum Klimaschutz

Klimaschutz auf eigene Faust

(kr) Die Erde erwärmt sich immer mehr, weil der natürliche Treibhauseffekt in den letzten Jahrhunderten durch den Menschen zusätzlich verstärkt wurde. Deshalb gibt es heutzutage vermehrt Dürreperioden, Stürme und Überschwemmungen. Die Ursache für den Treibhauseffekt ist das Gas Kohlendioxid (CO2), welches hauptsächlich bei der Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) entsteht. Durch geringeren Energieverbrauch würde sich weniger CO2 in der Erdatmosphäre anreichern. So wäre eine Zustandsverbesserung unseres Klimas möglich.

Allein die Erzeugung von Strom, Warmwasser und Heizenergie verursacht mehr als ein Drittel der CO2-Emissionen. Herkömmliche Energiequellen belasten die Umwelt (z.B. durch Verbrennung, Kernspaltung). Mit den Möglichkeiten der offenen Strommärkte wird nun aber auch Öko-Strom aus Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie und anderen erneuerbaren Energien angeboten. Da jedoch immer noch überwiegend umweltbelastende Energiequellen genutzt werden, ist das Stromsparen für die Umwelt von besonders großem Nutzen. Der Durchschnittsbürger in Deutschland verbraucht momentan ca. 1500 kWh Strom pro Jahr. Dabei kann doch inzwischen z.B. durch die Verwendung von stromsparenden Elektrogeräten ein erheblicher Anteil an Strom eingespart werden.

Zu vielen stromverbrauchenden Haushaltsgeräten gibt es auch Alternativen mit Handbetrieb, wie z.B. der Dosenöffner, die Brotschneidemaschine oder auch die Luft als Alternative zum Wäschetrockner. Nicht nur der Wäschetrockner, sondern auch die Waschmaschine ist sehr stromintensiv. Wenn man die Wäsche nicht per Hand reinigen will, sollte man wenigstens einiges beim Kauf beachten. Beispielsweise gibt das Energielabel Auskunft über den Energieverbrauch. Grundsätzlich sollten nur Geräte mit der Kennzeichnung A angeschafft werden. Außerdem sollte eine Waschmaschine einen Warmwasseranschluss haben, wenn man im Haus eine zentrale Warmwasserversorgung hat. Das Gleiche gilt für Spülmaschinen. Auch bei ihnen wird der größte Teil der Energie zum Erwärmen des Wassers gebraucht. Ein Warmwasseranschluss ist auch deshalb empfehlenswert, weil die Kosten innerhalb kürzester Zeit durch den deutlich geringeren Stromverbrauch wieder eingespart werden.

Nach der Heizung stellt Warmwasser den zweitgrößten Energieverbrauchsposten im Haushalt dar. Täglich verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich rund 50 Liter warmes Wasser. Zur Erwärmung der gesamten Wassermenge werden in den deutschen Haushalten insgesamt 87 Milliarden Kilowattstunden an bereits umgewandelter Sekundärenergie benötigt. Da Warmwasser inzwischen zum normalen Wohnstandard gehört, werden sorglos große Mengen unnötig vergeudet. Schon allein durch die Vermeidung von Verlusten im Wasserleitungssystem könnte viel gespart werden. Übrigens ist Baden mit sehr viel höherem Energie- und Wasserverbrauch verbunden als das Duschen. Deshalb sollte man Vollbäder nicht zu häufig nehmen. Natürlich muss man grundsätzlich sparsam mit Wasser umgehen, denn auch die Wassergewinnung und Aufbereitung im Wasserwerk benötigt Energie.

Um Heizenergie einzusparen, zählt jedes Grad Celsius. Eine Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad Celsius spart rund sechs Prozent Heizenergie ein. Eine weitere Möglichkeit ist die Anschaffung eines elektronischen Thermostatventils. Damit kann die Heizung zu eingestellten Zeiten laufen und schaltet sich beispielsweise ab, wenn man tagsüber arbeiten geht. So spart man auch im Portemonnaie. Es ist auch eher ungünstig die ganze Straße mit zu beheizen, deshalb muss beim Lüften die Heizung abgedreht werden.

Auch das richtige Lüften will geübt sein. Man sollte vier Mal am Tag für ca. fünf Minuten Durchzug schaffen. Dauerlüftung sollte während der Heizperiode vermieden werden (somit auch die ständige Kippstellung des Fensters). Denn nach dem Stoßlüften sind die Wände noch warm, die Raumtemperatur steigt schnell wieder. Ein gekipptes Fenster dagegen kühlt alles aus. Nach dem Kochen, Duschen oder Bügeln muss unverzüglich gelüftet werden. Die Möbel sollten mindestens fünf Zentimeter von den Außenwänden entfernt werden, da sonst die Zirkulation der Raumluft nicht ermöglicht wird.

Der größte Stromfresser im Haushalt ist der Elektroherd. Die günstigere Variante wäre der Gasherd. Das Erhitzen mit Gas ist energetisch wesentlich günstiger als mit Strom. Außerdem sind auch die Kosten pro Kilowattstunde Gas gegenüber Strom preiswerter. Zum Wasserkochen empfiehlt sich ein spezieller Wasserkocher mit Strom – der braucht noch weniger Energie als ein Gasherd.

Aufgrund des ständigen Betriebes (8760 Stunden pro Jahr) haben auch Kühl- und Gefrierschränke einen hohen Stromverbrauch. Auch hier sollte man bei der Anschaffung besonders auf die Sparsamkeit des Gerätes achten, sowie auf das Energielabel und auf die Kennzeichnung A.

Erhebliche Beträge können auch mit einer Standbyschaltung entstehen, da die Geräte auch bei Nicht-Betrieb immer in Bereitschaft gehalten werden. Dadurch kann übers Jahr gesehen, ein Stromverbrauch von 350 kWh erreicht werden. Die Geräte sollten deshalb grundsätzlich ausgeschaltet werden. Falls diese Möglichkeit bei einzelnen Geräten nicht besteht, kann auch eine abschaltbare Steckdosenleiste Abhilfe schaffen. Allein der Verzicht auf Standbyschaltungen würde 14 Millionen Tonnen CO2 oder zwei Großkraftwerke einsparen. 75 Euro hätte jeder deutsche Haushalt mehr zur Verfügung.

Die Beleuchtung soll gute Sehbedingungen schaffen, und auch zum Wohlbefinden des Menschen beitragen. Dennoch lässt sich gerade bei der Beleuchtung ohne jegliche Einbußen an Helligkeit Energie sparen. Herkömmliche Glühlampen haben nur eine relativ kurze Lebensdauer (ca. 1000 Stunden) und wandeln nur 5 Prozent der Energie in Licht um. Energiesparlampen haben die fünffache Lichtausbeute und verbrauchen so 80 Prozent weniger Strom als Glühlampen und halten etwa 8 bis 12 Mal so lang.

Man spart auch besonders viel Energie durch die Fortbewegung ohne Auto (Energiefresser), also mit Fahrrad, Bus, Bahn, Straßenbahn, etc. Das Auto ist ein großes Umweltproblem. Nicht nur sein Betrieb, auch die Produktion und die Entsorgung belasten die Umwelt in erheblichem Maße.

Durch die Verbrennung von Benzin und Diesel wird die Luft stark verunreinigt. 28 Prozent der Kohlendioxidbelastungen stammen aus den Auspuffrohren. Autos führen zudem zu Waldsterben, zu Gebäudeschäden und beeinträchtigen v.a. die Gesundheit aller Organismen durch Abgase und Lärm. Die Umweltbelastung durch Autofahrten kann jedoch in Grenzen gehalten werden, beispielsweise durch die Wahl des richtigen Autos (verbrauchsarme Autos kaufen), durch umweltbewusstes Fahrverhalten, z.B. indem man freiwillig Tempo 80/100 einhält und früh in hohe Gänge schaltet, durch richtige Fahrzeugwartung, durch die Bildung von Fahrgemeinschaften und vor allem durch die überwiegende Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und durch die Bewältigung kurzer Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Sportler sollten sich zB. auch bewusst machen, dass die Fitness eigentlich an der Haustür beginnen kann. Jeder Sportler legt nämlich pro Jahr für den Hin- und Rückweg zum Sport im Durchschnitt 1.690 Kilometer zurück. 80 Prozent dieser Fahrten werden mit dem Auto unternommen, öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad werden kaum genutzt. Es würde die Umwelt erheblich entlasten, würden beispielsweise die Jogger mit dem Fahrrad zum nächstgelegenen Wald radeln oder die Inlineskater zu ihrer Strecke skaten. Ein vorteilhafter Nebeneffekt wäre dabei das eingebaute Aufwärmtraining.

Auch Autoklimaanlagen belasten das Weltklima. Sie kosten pro 100 Kilometer bis zu 1,8 Liter Treibstoff mehr. Logischerweise strömt somit auch mehr Kohlendioxid aus.

Doch der größte Klimakiller im Verkehrsbereich ist das Flugzeug. Zu den CO2-Emissionen kommt noch Wasserdampf – beides zusammen in den typischen Flughöhen ein großer Beitrag zum Klima-Kollaps. Fliegen ist durch die vielen Subventionen für dieses umweltschädlichste Verkehrsmittel zwar billig, kommt die Umwelt aber teuer zu stehen.

Jeder trägt zur Umweltbelastung bei. Deshalb sollte jeder in dem ihm möglichen Umfang auch zur Umweltentlastung beitragen.

Eine gute Möglichkeit, das Klima zu schützen, ist auch der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter. Mit der Juckreiz Ökostrom-Kampagne lässt sich dabei sogar noch Geld sparen – siehe Seite 5.


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