Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(fp) Gerade im Winter haben es Hundehalter nicht einfach. Struppis, Bellos und Fifis brauchen auch in der frostigen Jahreszeit genügend Auslauf. Draußen in der klirrenden Kälte kann sich der agile Vierbeiner dann austoben, während sich Herrchen oder Frauchen die Finger abfrieren. Und wenn das kleine knuddelige Tierchen zwischendurch mal muss, dann mitten auf den Bürgersteig...
Ich war zwölf, als ich meine damalige Schulkameradin Olga besuchte. Wild mit dem Schwanz wedelnd begrüßte mich ihr Hund Gino an der Tür. Wuff, wuff – „Ja, wir gehen ja gleich raus“, beruhigte Olga ihr Haustier. Zu unserem Spaziergang mit Hund nahm Olga zwei kleine Plastiktüten mit. „Falls Gino irgendwo hinkackt“, erfuhr ich. Soso. Ich wohnte damals in Tiergarten und war es gewohnt, beim Laufen zum Supermarkt oder zur Bushaltestelle auf die vielen braunschwarzen Tretminen auf dem Bürgersteig zu achten, kannte es gar nicht, dass Menschen die festen Fäkalien ihrer Hunde aufsammelten und entsorgten.
Diese Geschichte ist jetzt fünf Jahre her. Gino lebt immer noch, und Olga geht weiterhin mit Hund und Tütchen Gassi, sammelt brav die Häufchen ihres Cairn-Terriers auf. An die existierende Verordnung, nach der jeder Hundehalter verpflichtet ist, das große Geschäft seines besten Freundes zu entfernen, hält sie sich. Ein prüfender Blick auf den Bürgersteig verrät mir tagtäglich, dass auch mögliche Bußgelder in Höhe von vierzig Euro weder Herrn noch Hund daran hindern, Häufchen auf den Berliner Gehwegen zu hinterlassen. Und spätestens jetzt, wo der Schneematsch draußen auf den Straßen liegt und Spaziergänger verunsichert sind, ob der dunkle Fleck auf der Straße Streusand oder Vierbeinerkot ist, sollten wir uns wünschen, alle Hundebesitzer würden so sorgsam mit ihren Mitmenschen umgehen wie Olga...
Zurück zum Inhalt von Juckreiz 33