Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(sd) Sinnbild vor 6.000 Jahren im Unteren Ägypten, Heiligtum im Alten Indien: Von jeher nahmen Bienen eine bedeutende Stellung im Leben des Menschen ein. Nicht nur Aristoteles beschäftigte sich eingehend mit ihnen, sondern auch Religionen wie der Islam verehrten die fleißigen Sammler. Die bekannteste Biene feierte im Sommer ihren 90. Geburtstag, und noch immer verzaubern Maja und ihr verträumter Willi Groß und Klein mit spannenden Abenteuern.
1912 hatte Waldemar Bonsels das erste Buch verfasst, und seit Anfang der 70er Jahre konnten wir Maja dann auch auf der Mattscheibe bewundern und bei ihren Ausflügen mitfiebern. Für rund eine Viertelmillion D-Mark wurden Maja, Willi und Co. im Oktober 2001 in Köln, kurze Zeit später auch in anderen Städten, auf der Bühne aufgeführt.
Selbst Aristoteles war von Bienen fasziniert. Er beschäftigte sich intensiv mit ihnen und hatte sich dafür einen durchsichtigen Bienenstock angelegt. Bei den alten Germanen galten diese possierlichen Tierchen als rein und heilig, so dass es nicht gestattet war, in ihrer Nähe zu streiten. Die Sauberkeit wurde vor etwa einem Jahrhundert von der Wissenschaft bestätigt. Propolis oder Kittharz im Bienenstock wirkt desinfizierend und wird von Bienen daher intensiv angewendet.
90 Jahre sind eine lange Zeit für unsere Bienen, fast eine kleine Ewigkeit. Arbeitsbienen werden nur 40 Tage alt, die Königin dagegen bis zu fünf Jahre.
Die Arbeitsbiene verbringt ihr Leben nach einem festen Plan. Sie beginnt als Putzhilfe, wo sie im Bienenstock die Wabenzellen säubert. Nach ein paar Tagen übernimmt sie die Versorgung der älteren Larven und ab dem sechsten Tag auch die Fütterung der Königin. Von da an produzieren ihre Milchdrüsen das Gelee Royal, das „Frühstück für die Königin“. Danach betritt die Arbeitsbiene ein neues Betätigungsfeld an. Vier Wachsdrüsen sind nun reif, und sie bessert Waben aus. Für drei Tage gehört sie im Anschluss daran der Verteidigung im Bienenstock an und muss nach dieser Zeit „Wache schieben“ und wird als Türsteherin zum Bienenstock eingesetzt.
Nachdem sie mit diesen Aufgaben die Hälfte ihres Lebens verbracht hat, darf sie ab dem 20. Tag schließlich Nektar und Blütenpollen in der Umgebung sammeln. Dabei legt sie pro Tag etwa 85 Kilometer zurück und besucht ungefähr 400 Blüten. Das Ergebnis sind bis zu acht Kilogramm „Beute“. Die Tätigkeit greift vor allem die feinen Flügel der Biene an. Nach etwa drei weiteren Wochen stirbt sie schließlich vor Erschöpfung.
Zieht man dann am Ende dieser Überlegungen Bilanz, bleibt nur noch so viel zu sagen: „Maja, alle lieben Maja.“
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