Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Aktuelles Seiten 1-7 Schwerpunkt Abfall Seiten 8-17 Neues aus der Jugendumweltbewegung Seiten 18-19 Hintergrund Honig Seiten 20-21 Buchkiste Seite 22-23 Nicht Zuletzt Seite 23-24 Nicht in der Papierausgabe
Zwölf vor Fünf
Der ziellose Mensch erleidet sein Schicksal, der zielbewusste gestaltet es. Immanuel Kant
Das
Dosenpfand ist da, mal sehen was es bringt: Wegschmeißen verboten!
Wer hätte sich das noch vor wenigen Monaten träumen lassen: Aldi ohne
Dosen! Ein gutes Jahrzehnt nach ihrer Einführung erreicht die Verpackungsverordnung
auch im Bereich der Getränkeverpackungen endlich ihr eigentlich erstes
Ziel – die Vermeidung von Abfällen. Viele Händler haben aus
dem seit 1. Januar geltenden Pflichtpfand für zahlreiche Getränkedosen
und Einwegflaschen ihre Konsequenzen gezogen und ihr Angebot umgestellt. Die
anderen müssen jetzt auf jede Dose 25 Cent Pfand erheben – und riskieren
hohe Bußgelder, wenn sie es nicht tun. Denn Umweltverbände und Getränkehändler
zeigen schwarze Schafe an.
Öko-Kraftwerk:
Sonne im Aufwind
Mitten im australischen Busch soll ab 2006 das weltweit höchste Gebäude
stehen. Ein 1000 Meter hoher Koloss, umgeben von einem Glasdach mit 6000 Meter
Durchmesser, der dazu auch noch umweltfreundlich sein soll.
Kindersoldaten:
Kindheit im Kampf
„Was sie uns angetan haben, ist ein Verbrechen. Sie haben das schlimmste
Verbrechen verübt, das es auf der Welt gibt. Indem sie uns zu jungen Soldaten
machten, haben sie uns unsere Kindheit genommen. Und sie können sie uns
nicht zurückgeben.“
Tschernobyl:
Aus den Augen aus dem Sinn
Sechzehn Jahre danach erinnern lediglich verkrüppelte Kinder, vergilbte
Zeitungsausschnitte und polnische Pilze an den Tag, der sich als eine der verheerendsten
Katastrophen unwiderruflich in die Annalen der Geschichte einbrannte.
AKW
Obrigheim bleibt am Netz, Ökostrom-Kampagne auch: Mit Juckreiz Rot-Grün
ein Schnippchen schlagen
Demnächst wird die Juckreiz Ökostrom-Kampagne ein Jahr alt. Bis dahin
werden voraussichtlich über 200 Haushalte der Atommafia und dem Klimakollaps
den Stinkefinger gezeigt und ihren Stromversorger gewechselt haben. Die Zahl
klingt enttäuschend, wenn mensch bedenkt, daß der Lichtblick-Strom,
den der Juckreiz vermittelt, nicht nur ökologischer ist als z.B. der von
der Bewag, sondern fast immer auch noch deutlich billiger. Dazu gibt’s
100 Kilowattstunden kostenlos. In Anbetracht der Tatsache, daß die Deutschen
aber sehr wechselfaul sind, sind auch 200 ein Erfolg. Und die Kampagne geht
weiter.
Winterliche
Weihnachtsdepressionen: Auf Schnee-Entzug
Sparmaßnahmen: "Süßer die Münzen
nie klinge(l)n..."
Die
Geschichte des Mülls: Wie das Stinken anfing
Wo auch immer sich Menschen aufhalten, entsteht Abfall. Unwichtig, wie weit
man dabei in die Vergangenheit zurückschaut. Denn selbst in prähistorischen
Zeiten war das nicht anders.
Weltraumschrott:
Die Erde igelt sich ein
Laßt uns die Erde ruhig vollmüllen – wir werden schon irgendwo
im Universum eine andere finden. Selbst wenn es da oben einen weiteren Planeten
geben sollte, auf dem Menschen leben könnten: Wenn wir Menschen so weitermachen
wie bisher, könnte es uns passieren, daß wir diesen Planeten zwar
finden, aber nicht mehr erreichen können – weil die Umgebung der
Erde so sehr zugemüllt ist, daß kein Raumfahrzeug mehr durch den
Ring aus Weltraumschrott kommt ohne getroffen zu werden.
Elektroschrott:
Ab 2005 gilt das Verursacherprinzip
Quecksilber, Blei, Cadmium, Chrom, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), PCB,
PVC, bromhaltige Flammschutzmittel, Asbest, Arsen – das sind nur einige
der typischen Bestandteile von Elektrogeräten. Sie alle haben eines gemeinsam:
Sie sind hochgefährlich. Über 90 Prozent der ausgemusterten Elektro-
und Elektronikgeräte landen heute einfach auf der Mülldeponie oder
werden verbrannt. Bei rund 1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott in Deutschland
(1999) und jährlichen Steigerungsraten von drei bis fünf Prozent eine
Menge Gift. Die Elektronikschrott-Verordnung der Europäischen Union soll
das künftig ändern.
Glosse:
Ein ganz gewöhnlicher Heimweg
Über Vierbeinerscheiße auf Berliner Gehwegen: Noch ist die (Hunde-)Kacke
nicht am Dampfen
Gerade im Winter haben es Hundehalter nicht einfach. Struppis, Bellos und Fifis
brauchen auch in der frostigen Jahreszeit genügend Auslauf. Draußen
in der klirrenden Kälte kann sich der agile Vierbeiner dann austoben, während
sich Herrchen oder Frauchen die Finger abfrieren. Und wenn das kleine knuddelige
Tierchen zwischendurch mal muss, dann mitten auf den Bürgersteig...
Infos
über die umweltschädlichste Verpackung: Rund um die Dose
Die erste Getränkedose wurde Anfang der 30er Jahre in den USA erfunden,
bestand aus Weissblech und beinhaltete Bier. Anfang der 50er Jahre kam sie dann
auch nach Europa, durch auf dem Kontinent stationierte Einheiten der amerikanischen
Streitkräfte und bestand somit weiterhin aus Weissblech. 1958 wurde die
erste Aluminiumgetränkedose produziert. Ständig veränderte sich
ihr Design. Man kam 1961 dann beim „easy-open“-Deckel (Ring-Pull-Verschluss)
an.
Schneckenhäuser:
Umzug auf Kiwi
Stell dir einmal vor, wie es wäre, wenn du eine Schnecke wärst. Eine
richtig schöne alte Weinbergschnecke, die sich bei jeder Gefahr in ihr
Haus zurückzieht. Ihr ganzes Leben lang hat sie in demselben Haus gewohnt,
ganz egal, wo sie sich befand. Nicht vorstellbar?
Chronik:
Geschichte eines Pfandes
Am 12. Oktober 1991 verabschiedete die damalige Regierung aus CDU und FDP die
Verpackungsverordnung. Die Regelung legt einen Schwellenwert, die Mehrwegquote,
fest. Die Regierung wollte auf ein Pflichtpfand so lange verzichten, wie der
Anteil der verkauften Mehrwegverpackungen nicht unter 72 Prozent sank. Andernfalls
sollte ein Pfand auf Einwegverpackungen bei Getränken eingeführt werden.
Dieses Pfand gibt es trotz der Proteste des Handels seit dem 1.1.2003.
Umweltschutzpapier
an Schulen: Rohstoff Altpapier nutzen
Wir stehen auf, holen die Zeitung aus dem Briefkasten – Papier. Wir gehen
aufs Klo, wischen uns den Hintern ab – Papier. Wir schmieren uns ein Butterbrot
und wickeln es ein – Papier. Wir gehen zur Schule und schlagen ein Buch
auf – Papier. Wir schreiben uns die wichtigsten Punkte aus dem dreiviertelstündigen
Monolog auf – Papier. Wir kaufen uns eine Fahrkarte, um shoppen zu fahren
– Papier. Wir drucken eine Datei aus auf – Papier. Wir bekommen
einen Liebesbrief auf – Papier.
Ausbau
der Müllverbrennung zu Lasten der „Biotonne“: Müllexport
durch Privatisierung der Bio-Tonne
2005 wird eine neue Gesetzesvorschrift in Kraft treten, die „TA Siedlungsabfall“.
Sie wird vorschreiben, dass der Glühverlust bei Müllverbrennung unter
5 Prozent zu bleiben hat. Daraus ergibt sich, dass kein biologisch aktives Material
mehr in den Müllverbrennungsanlagen landen darf. Selbst die Verbrennung
von Papier stellt bei dieser Quote ein Problem dar, so dass der größte
Anteil „stofflich verwertet“ werden muss, um gar nicht erst in den
Entsorgungsablauf hinein zu gelangen, der auf der Deponie endet. Diese stoffliche
Entsorgung ist im Gesetz vorgeschrieben und bedeutet – erst recht nach
In-Kraft-Treten der neuen Vorschrift, höchstmögliche Wiederverwertung
von Müll. Darunter fällt natürlich gerade der organische Abfall
(Grünschnitt, Holz, Speisereste), der ein hohes Potenzial an stofflicher
Verwertung bieten, das jedoch nicht ausreichend von der BSR genutzt wird.
Alternative:
Rent a tree: Feierabend für den Weihnachtsbaum
Mitmachen beim Juckreiz
und mehr: Neue Medien-Seminare
Öko-Teams
an Schulen aufbauen: SUMOs ringen mit SchülerInnen für die Umwelt
Jugendumwelt-Seminarreihe
Ökoführerschein: Kurs für den Durchblick
Gegen
Patente auf Leben: Kampf gegen die modernen Piraten
Hunderte von Jahren beuteten die Menschen des Nordens die des Südens aus,
genauso wie die Natur, in der sie leben. Heute gibt es eine neue Form der Ausbeutung,
die sogenannten Bio-Piraten. Die Konzerne des Nordens nutzen die natürliche
Biodiversität, also den Artenreichtum des Südens, kommerziell und
nur für ihre Zwecke. Als medizinische und biotechnologische Nutzpflanzen
werden Tausende von bisher unentdeckten Heilpflanzen und verschiedenen Nutzpflanzenarten
von den Life-Science-Firmen in Milliarden schwere Gewinne umgewandelt. Voraussetzung
hierfür ist, dass die Firmen das Patentrecht auf die Nutzung der Arten
erhalten.
Die
Privatisierung der Erde: Von Gnomen und Viruskrankheiten
Gats, ein kleiner, fieser, im Wald lebender Gnom. So könnte beispielsweise
ein Satz in einem Fantasy-Roman lauten. Oder: Gats, ein neuer, kürzlich
entdeckter Virus, der die Weltbevölkerung bedroht. Das kommt der eigentlichen
Bedeutung schon etwas näher. Gats ist zwar im medizinischen Sinn gesehen
kein Virus, aber dennoch eine Bedrohung. Das denkt jedenfalls der Teil der Bevölkerung,
der weiß, dass Gats für General Agreement on Trade in Services (allgemeines
Abkommen über Handel mit Dienstleistungen) bedeutet und ein Abkommen der
Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation WTO zur Liberalisierung des Dienstleistungssektors
ist.
Vierzig
Tage Arbeit: Kleine, freche, schlaue Biene Maja
Sinnbild vor 6.000 Jahren im Unteren Ägypten, Heiligtum im Alten Indien:
Von jeher nahmen Bienen eine bedeutende Stellung im Leben des Menschen ein.
Nicht nur Aristoteles beschäftigte sich eingehend mit ihnen, sondern auch
Religionen wie der Islam verehrten die fleißigen Sammler. Die bekannteste
Biene feierte im Sommer ihren 90. Geburtstag, und noch immer verzaubern Maja
und ihr verträumter Willi Groß und Klein mit spannenden Abenteuern.
Verboten,
aber verbreitet: Milch mit Honig – und Antibiotika
Wenn der Berliner im Winter fröstelnd und mit starren Fingern den Schlüssel
in seiner Wohnungstür dreht, dann haben ihn in der Regel zwei Faktoren
heimgetrieben: Einerseits natürlich die Kälte, andererseits aber dieser
bedrängende Gedanke von einem Glas heißer Milch mit Honig, das daheim
auf ihn wartet. Nur selten ist er sich bewußt, dass mittlerweile selbst
der gesunde Honig schädlich sein kann. Viele Imker benutzen verbotene Medikamente
um Krankheiten im Bienenstock zu bekämpfen.
Buchkiste
In dieser Ausgabe stellen wir Euch "Maries Reise" von Marie Pohl und
"Erinnerungen aus dem Alltag" von Alexa Henning von Lange vor.
Erzkonservative
Schülerverbindung „Theodor Fontane“: Bier und politische Diskussionen
„Wir sind eben stramm rechts, aber halt nich’ mit Hitler-Rufen und
so“, erklärt Claus*, ein Rechtsanwalt mittleren Alters und Mitbegründer
der Pennalen Burschenschaft „Theodor Fontane“. Sie zählt zu
den zahlreichen deutschen Schülerverbindungen, die meist Jugend-Abteilungen
der studentischen Burschenschaften sind. Wie auch die „PB ! Theodor Fontane“
wurden sie gegründet, um auch Nicht-Akademiker und solche, die noch ein
Gymnasium besuchen, für den ernsthaften politischen Diskurs zu rekrutieren.
„nicht
normal“
Es war einer dieser netten Sommerabende, und ich saß mit meinen Eltern
im Garten auf der Terrasse. Die Teller waren schon lange leer. Alles, was vom
Essen übrig geblieben war, war das Gespräch. Man saß noch ein
bisschen zusammen, tauschte sich über den Tag aus, erzählte von gemeinsamen
Bekannten – das Übliche halt. Mit meinen Gedanken war ich schon auf
dem Weg zum Bett und hatte inzwischen die Phase erreicht, in der ich dem Gespräch
nur noch mit einem Ohr folgte und in regelmäßigen Zeitabständen
meinen Grunzlaut dazu beitrug. Welch angenehmer Ausklang des Tages.
Terminkalender
Die Veranstaltungen der Jugendumweltgruppen in Berlin und Umgebung, regelmäßig aktualisiert.
Die Papierausgabe könnt Ihr bestellen: ein Juckreiz-Probeexemplar oder ein Juckreiz-Abo. Oder in Schulen, Unis, Bibliotheken u.v.a. finden.